Marko Lehankas Skulptur «Bauernkrieg» (1999) greift auf Dürers Zeichnung zurück; Holz und Getreidegarben sind zu einem wackligen Hochsitz aufgestapelt, auf diesem thront ein Bauer und pafft eine Zigarette. Die Figur aus Papiermaché scheint Zeithoheit errungen zu haben und Herr über eigenes Tun zu sein. Doch im Sockel der Siegessäule lauert Unheil: «Der Bruder der Bäuerin drischt nie, während die Bäuerin tanzt», steht auf dem Sockel, in dem ein Ofen bullert. Sobald das Feuer lüsterner Tänze zu hohe Flammen schlägt, wird der Hochsitz in sich zusammenkrachen und als Häufchen Asche enden. Tabubruch und von Normen abweichendes soziales Verhalten werden geahndet und hart bestraft. So war das und so ist es immer noch die Regel in Gesellschaften, die Justiz und religiösen Sittenkodex nicht trennen. (Gabrielle Detterer, NZZ, 17. Februar 2012)